Heizungsanlagen - für Laien erklärt
Heizungsanlagen - für Laien erklärt

Die Heizungsregelung

Die von der Außentemperatur geführte Vorlauftemperaturregelung ist die am meisten verwendete Heizungsregelung. Sie soll hier erklärt werden.

1.Die Vorlauftemperaturregelung

Im Heizkessel wird das Heizungswasser erwärmt und durch eine besondere Regelung entweder konstant auf z. B. 70 °C gehalten oder über die Außentemperatur vorgeregelt.

 

Mit der Pumpe wird das Heizungswasser zu den Wärmeverbrauchern (Heizkörpern) befördert.

 

Mit dem 3-Wege-Mischventil wird nun die Vorlauftemperatur wie folgt geregelt:

Der Außentemperaturfühler (AuF) meldet dem Regler die Außen-temperatur. Anhand der Heizungskennlinie (siehe Abschnitt 2) errechnet der Regler die erforderliche Vorlauftemperatur, die vom Vorlauftemperaturfühler (VF) überwacht wird. Der Stellmotor (M) am Dreiwegeventil kann die Anschlüsse „A“ und „B“ stufenlos öffnen und schließen und zwar abhängig von einander. Wenn

„A“ ganz offen, dann „B“ ganz geschlossen

„A“ halb offen, dann „B“ halb offen

„A“ 70% offen, dann „B“ 30% offen

„A“ ganz geschlossen, dann „B“ ganz offen

Da jede Zwischenstellung vom Motor eingestellt werden kann, kann man das warme Wasser vom Heizkessel „A“ mit dem kalten Wasser vom Rücklauf „B“ so mischen, dass sich die gewünschte Vorlauftemperatur am Ventilausgang „AB“ einstellt.

Beispiel: Vorausgesetzt, dass am Mischventil das Kesselwasser „A“ wärmer ist als das Rücklaufwasser „B“, dann weiß der Regler:

Dreht er den Motor am Mischventil z. B. links herum, wird der Anschluss des Kesselwassers „A“ gedrosselt und der Anschluss des Rücklaufwassers „B“ entsprechend geöffnet, die Vorlauftemperatur „AB“ sinkt. Dreht er den Motor rechts herum, wird der Anschluss des Kesselwassers „A“ geöffnet und der Anschluss des Rücklaufwassers „B“ entsprechend gedrosselt.

Soll nun die Vorlauftemperatur z. B. 60 °C betragen und der Vorlauftemperaturfühler meldet dem Regler eine Vorlauftemperatur von z. B. 50 °C, dann dreht der Regler den Motor ein Stück nach rechts. Meldet dann der Vorlauf­temperaturfühler dem Regler z. B.

55 °C Vorlauftemperatur, dreht der Regler den Motor noch ein Stück nach rechts. Meldet der Fühler dann jedoch z. B. 62 °C, dreht der Regler den Motor ein kleines Stück nach links. Dieser Regelungs­vorgang wird erst dann beendet, wenn eine Vorlauftemperatur von

60 °C erreicht ist.

Doch woher weiß der Regler, welche Vorlauftemperatur er einstellen soll? Jetzt kommt die Heizungskennlinie ins Spiel.

2. Die Heizungskennlinie

Mit der Heizungskennlinie, auch Heizkurve genannt, wird jeder Außentemperatur eine Vorlauftemperatur zugeordnet.

Bild 2: Beispiel einer Heizungskennlinie

Im obigen Beispiel einer Heizungskennlinie ist einer Außentemperatur von -13 °C eine Vorlauftemperatur von 58 °C zugeordnet. Damit stellt der Regler eine Vorlauftemperatur von 58 °C ein.

Die Heizungskennlinie kann nach den Wünschen des Betreibers der Heizungsanlage verändert werden.

Ist es z. B. dem Betreiber bei der obigen Heizungskennlinie bei Außentemperaturen über 0 °C ausreichend warm, bei tieferen Außentemperaturen aber zu kalt, kann er eine Heizungskennlinie, wie sie im Bild 3 als rote Kennlinie dargestellt ist, einstellen.

Will der Betreiber seine Heizungsanlage insgesamt niedriger einstellen, wird er z. B. die blaue Heizungskennlinie wählen.

Bild 3: Beispiele von Heizungskennlinien

Jürgen Wüst

Dipl.-Ing. (FH)

21.11.2013

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